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Die neue Vielfalt – Herausforderungen an Fahrräder

Berlin

Aufgrund wachsender Verkehrsprobleme sowie zunehmender Umweltbelastung durch Kraftfahrzeuge mit Verbrennungsmotoren werden Fahrräder, Lastenfahrräder und Fahrradanhänger immer häufiger genutzt, insbesondere im innerstädtischen Verkehr. Begünstigt wird die starke Verbreitung u.a. durch elektrische Hilfsantriebe, die sich immer häufiger bei den genannten Fahrzeugen finden – also auch bei Anhängern.

Dadurch können längere Strecken zurückgelegt werden und höhere Lasten transportiert werden. Das Fahrrad erhält dadurch zunehmend eine politische Bedeutung, da Fahrradverkehr auch gewerbliche Aufgaben umweltfreundlich lösen kann. Das elektromotorisch unterstützte Fahrrad (EPAC) ist somit bereits ein wesentlicher Teil der Mobilität der Zukunft und es ist das aktuell beliebteste Verkehrsmittel: 83% der E-Bike-Fahrenden nutzen dieses sehr gerne bzw. gerne gemäß BMVI Fahrrad-Monitor.

Neben der privaten Nutzung gewinnen Fahrradverleihsysteme – auch für EPACs und Lastenfahrräder – stark an Bedeutung. Und auf der „letzten Meile“ werden zunehmend Lastenfahrräder gewerblich genutzt. Damit ergeben sich allerdings auch neue Fragestellungen für die Konstruktion und Prüfung von Fahrrädern mit und ohne elektromotorischer Unterstützung:

  • Bilden die aktuellen sicherheitstechnischen Anforderungen der unterschiedlichen Normen auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene das geänderter Nutzungsverhalten noch richtig ab?
  • Wie soll mit Risiken umgegangen werden, die nicht durch eine Norm abgedeckt werden?
  • Welche Risiken und neuen Anforderungen ergeben sich für E-Bikes mit seriell hybriden Antrieben?
  • Ergeben sich geänderte Anforderungen und Risikobewertungen bei gewerblicher Nutzung von Fahrrädern (Leihfahrräder; Kurier-, Express- und Paketdienste)?
  • Welche Anforderungen ergeben sich an Fahrräder beim Lastentransport mit Anhängern?
  • Welche technischen Lösungen bieten sich an, um mit dem zunehmenden Fahrradverkehr durch Lasten- und Leihfahrräder bei der aktuell (noch) eingeengten Verkehrsinfrastruktur umzugehen (sicheres Abstellen, Platzbedarf, Diebstahl- und Wetterschutz)?
  • Was muss sich an der Technik von Fahrrädern und EPACs ändern, dass die an sportlicher Nutzung orientierten Fahrrad-Komponenten den höheren Fahrleistungen, den Witterungseinflüssen, der geringeren Pflege und den Abstellbedingungen im Freien besser gerecht werden?
  • Was ist zukünftig beim Fahrradverkehr zu erwarten (z.B. Kommunikation Fahrrad zu (autonomen) Autos)?
     

Dr.-Ing. Eric Groß
Technische Universität Hamburg
Obmann des DVM-Arbeitskreises Fahrradsicherheit
e.grossattu-harburg.de